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Interview mit Nina Miller

von Edda

Hallo liebe Nina,

wir hatten vor Monaten verabredet, dass ich Dich zum Erscheinen Deiner neuen Bücher interviewe. Und weil Du in Deutschland und ich in Australien lebe, machen wir das also hiermit schriftlich.

Gerne! Aber bevor wir anfangen: Darf ich dich bald in Australien besuchen kommen? Vielleicht nächstes Jahr???

Ja, gerne! Dann zeige ich Dir mal meine Lieblingsstrände, wir sitzen stundenlang am Meer und trinken Kaffee oder Milkshake - und vielleicht spielt dann das übernächste Buch in Sydney. So, jetzt aber zu Dir:

Du hast vor genau zwei Jahren Dein Debüt "Bereit zu fliegen" veröffentlicht und bist damit in die Amazon Top 100 eingestiegen. Das ist ein ziemlicher Erfolg. Wie groß ist der Druck, so einen Erfolg nochmal wiederholen zu müssen oder auch zu wollen?

Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mir diese Platzierung nicht auch für meine Dilogie wünsche. Natürlich hoffe ich, dass die Geschichte viele Leser erreicht und auch überzeugen wird. Aber ich versuche mir selbst nicht so einen Druck zu machen. Schreiben ist ja „nur“ ein Hobby von mir – und trotzdem mache ich es mit ganz viel Herzblut und wünsche mir natürlich den bestmöglichen Erfolg für mein Buchbaby.

"Bereit zu fliegen" spielt in San Francisco. Wohin geht diesmal die Reise?

Dieses Mal verschlägt es uns in die Hamptons. Und ich habe es dort geliebt! Ich habe lange nach einer passenden „Location“ gesucht – und auf einmal hatte ich die Hamptons im Kopf und der Schuh hat gepasst. Ich war selbst noch nie dort, aber ich freue mich wahnsinnig, dass Leser mir gesagt haben, sie können die Hamptons regelrecht fühlen.

Wenn ich gerade an die USA denke, wird mir irgendwie komisch. Aber bei Deinen Texten hat man das Gefühl, das Land inspiriert Dich und bedeutet Dir was. Kannst Du dazu was erzählen?

Ja, ich bin ein absoluter USA-Fan. Ich habe selbst Anglistik/Amerikanistik studiert und bin nicht nur der Sprache, sondern auch der ganzen Lebensweise sehr nah. Ich reise wahnsinnig gerne in die USA und es fühlt sich immer auch ein bisschen wie Zuhause an. Ich liebe einfach auch die ganze amerikanische Kultur, Geschichte und vor allem auch Literatur (mein Studium hat mich definitiv geprägt), komplett durch die Zeit hindurch, irgendwas habe ich immer mal gelesen … Emerson, Thoreau, Grimké sisters, Hemingway, Toni Morrison … ich könnte ewig so weitermachen.

Wer ist Deine Lieblingsfigur aus den neuen Büchern?

Ich glaube schon, dass mir Liam Hunt echt gut gefällt und meine Lieblingsfigur ist. Eine Bloggerin sagte mir letztens, er ist ein brutaler Charakter und ich fand das echt treffend formuliert. Er ist so undurchschaubar, man hat immer das Gefühl, man kann ihm nicht trauen, und trotzdem lockt es einen irgendwie herauszufinden, ob die These nicht doch falsch ist. Gleiches gilt für Jeremy Porter, der zwar ganz anders als Liam ist, aber auch bei ihm weiß man oft nicht so recht, wo man dran ist – aber aus anderen Gründen als bei Liam.

Was war Deine Initialzündung zu "Alles außer dir" und "Alles außer uns"? Woher kam die Idee dazu?

Tatsächlich habe ich nicht wirklich die EINE Inspiration, die Idee kommt zu mir. Es ist manchmal eher ein Gedanke, noch nicht wirklich greifbar, der aber dann reift und Form annimmt. Oft kommen mir Zitate oder Ideen einfach spontan in den Kopf, meist in Situationen, die gar nichts mit dem Schreiben zu tun haben. Solche Dinge halte ich dann schnell irgendwo fest und sammele sie später in meiner Brainstorming-Datei. Manchmal bleiben die Sachen dann Wochen oder Monate unangerührt liegen, aber sie sind immer im Hinterkopf und entwickeln sich irgendwie. Ansonsten beobachte ich natürlich auch einfach meine Umgebung und ich denke, dass mich da auch einiges inspiriert, egal, ob unterbewusst oder bewusst. Und, ich gebe zu, es steckt auch oft ein bisschen was von mir in den Charakteren oder auch von Leuten, die ich kenne.

Die Cover glitzern so schön! Wie gehst Du bei der Covergestaltung vor, denn bei Self Publishern macht der Autor ja fast alles selbst. Gibt es was, das Du am Self Publisher-Sein total magst? Und was, das echt schlimm ist?

Ja, als Self-Publisher arbeitet man in allen Abteilungen irgendwie, das stimmt. Ich liebe dieses ganze self-made und fühle mich total wohl im Self-Publishing. Das bedeutet nicht, dass ich eine Zusammenarbeit mit einem Verlag ausschließe, aber ich strebe es auch nicht aktiv an – für mich ist es einfach wichtig, Geschichten zu schreiben, egal ob im SP oder beim Verlag.
Am Self-Publishing mag ich, mir mein Team selbst zusammenzustellen, die einzelnen Schritte aktiv anzugehen und alles zu entscheiden, zu sehen, wie mein Buchbaby langsam Form annimmt und ich in allen Dingen das letzte Wort habe. Hinter allen Entscheidungen stehe ich zu 100% und das gefällt mir wahnsinnig gut am SP. Ich kenne aber auch meine jeweiligen Grenzen, so würde ich die Covergestaltung niemals selbst übernehmen, sondern solche Aufträge immer an Profis abgeben.

Dank Dir weiß ich endlich, was eine Dilogie ist. Aber jetzt mal ehrlich, ist es nicht irre stressig, zwei Bücher zu konzipieren und somit Charaktere auch über eine längere Strecke zu begleiten? Wieso diesmal zwei Bücher?

Oje, ja! Ich kann es nicht anders sagen. Ganz ehrlich, ich habe an irgendeinem Punkt selbst nicht mal richtig dran geglaubt, dass die Geschichte noch zu Ende gebracht und ein Buch wird – ich hatte tausende Baustellen im Text! Es war eine Herausforderung, alle Fäden zusammenzukriegen – aber ich habe mich durchgebissen und geschafft, yippie. Es war nie geplant, dass es eine Dilogie wird. Tatsächlich taucht die erste Szene, die ich für die Dilogie geschrieben habe, erst im zweiten Teil auf, und zwar bei über 50%. Es war eine Szene, die ich plötzlich im Kopf hatte, und ich habe sie aufgeschrieben. Und dann habe ich vorne angefangen. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich mit einem Buch nicht hinkomme, weil ich schon 400 Seiten hatte und noch nicht mal ansatzweise bei meiner „ersten Szene“ angekommen war. Die Geschichte braucht halt so lange, wie sie braucht, um erzählt zu werden. Aber, ja, es ist definitiv anspruchsvoller, aber es war eine tolle Erfahrung und es macht ja auch total Spaß, die Charaktere so zu begleiten.

Wie sieht Dein Schreibritual aus? Muss eine Duftkerze brennen? Trinkst Du literweise Cola, Kräutertee oder Coconut Water? Schokolade oder Chips? Am frühen Morgen oder mitten in der Nacht?

Nee, bitte keine Duftkerzen (da wird mir oft von schlecht). Ich trinke tatsächlich jede Menge Pepsi beim Schreiben, manchmal auch einen Kakao oder einen Eiskaffee. Ich schreibe am liebsten nachts und dann gerne mit lauter Musik über Kopfhörer, die Haare immer zum Dutt zusammen. Meistens sitze ich dazu auch tatsächlich am Schreibtisch, manchmal noch im Bett, aber woanders nie.

Wenn Dich jemand nach den magischen drei Tips zum Bücherschreiben fragen würde, was wären die?

Bücherschreiben ist ein Marathon, kein Sprint – das dauert sehr lange Zeit und man braucht Ausdauer. Deswegen sollte man unbedingt mit Herz dabei sein, sonst ist es sicherlich ermüdend und ich denke, man spürt es auch, wenn ein Text nur runtergeschrieben und nicht gefühlt wurde. Gute Testleser sind die halbe Mieter, deswegen traut euch auch, euer Buchbaby in kritische Hände zu geben (die beste Freundin ist nicht zwingend die kritischste Testleserin). Und als letztes – einfach anfangen zu schreiben! Schreiben ist ein Handwerk und man soll alle 100.000 Worte einen Entwicklungsschub erleben … Also, ran an die Tasten.

Vielen Dank, liebe Nina, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Und viel Erfolg für "Alles außer dir" und "Alles außer uns" - beide Bücher erscheinen am 24. September!

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